Mittwoch, 17. Februar 2016

europa im all





































Mond
Europas Zukunft im Weltraum

Europa wird in den nächsten Jahren zehn Milliarden in die Raumfahrt investieren. Das hat die Ministerratskonferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA am 21. November 2012 in Neapel beschlossen. Ganz oben auf der Liste steht die Entwicklung der neuen Trägerrakete "Ariane 6" und die Weiterentwicklung der "Ariane 5". Auch im kommerziellen Satellitengeschäft wollen die Europäer konkurrenzfähig bleiben. Ein weiterer großer Posten fließt in die Internationale Raumstation ISS.
Neuer Abschnitt
ISS - Investition in die Zukunft

2013 feiert die Internationale Raumstation ISS 15-jähriges Jubiläum. Doch fertig ist der größte Außenposten der Menschheit im All immer noch nicht. In den kommenden Jahren sollen neue Module ins All geschickt werden, die als zusätzliche Forschungs- und Energiemodule genutzt werden sollen.
Der ESA-Astronaut Hans Schlegel bei Außenarbeiten an dem angedockten Forschungslabor 'Columbus'.

Der ESA-Astronaut Hans Schlegel bei Außenarbeiten an dem angedockten Forschungslabor 'Columbus'.

An Bord der ISS befinden sich zu jeder Zeit mindestens sechs Astronauten. Eine Crew bleibt meist für ein halbes Jahr und wird dann von einer neuen Crew abgelöst. Für März 2015 ist geplant, zwei erfahrene Astronauten für ein Jahr zur ISS zu schicken. Die Weltraumbehörden erhoffen sich viele wertvolle Informationen über die Auswirkungen eines längeren Aufenthaltes im All auf den Körper. Die Ergebnisse sind vor allem wichtig, um Erfahrungen für bemannte Langzeitmissionen zum Mond und vielleicht später zum Mars zu sammeln.

Bis 2024 ist das Bestehen der Raumstation auf jeden Fall gesichert. Weitere vier Jahre wären möglich, darüber haben die Weltraumbehörden allerdings noch nicht entschieden. Immerhin belaufen sich die Kosten pro Jahr auf 2,2 Milliarden Euro. Doch die Investition lohnt sich. Weltraumexperimente sind für unser Leben auf der Erde sehr nützlich, zum Beispiel bei der Erforschung des menschlichen Immunsystems oder der genauen Ursachen von Osteoporose. Auch neue Materialien können im All entwickelt werden.
Taxi ins All

Bisher müssen sich europäische Astronauten immer bei den Russen anstellen, wenn sie ins All wollen. Es ist nachvollziehbar, dass Europa einen eigenen Zugang zum Weltraum will und ein erster Schritt dazu ist möglicherweise bereits getan. Mit dem ATV (Automated Transfer Vehicle) hat die ESA bewiesen, dass sie den Transport ins All beherrscht - 20 Tonnen Nutzlast bringt ATV-5 im August 2014 zur ISS. Den Weg dorthin findet das ATV mit einem vollautomatischen Navigationssystem.

Technisch ist der Weltraumfrachter das Beste, was es im Moment gibt. Allerdings kann das ATV bis jetzt nicht zur Erde zurückkehren. Hunderte Millionen Euro verglühen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Die ESA plant daher eine Weiterentwicklung in zwei Stufen: Zunächst soll der Raumtransporter rückkehrfähig gemacht werden. Das würde zum Beispiel die Möglichkeit eröffnen, Experimente an Bord der ISS automatisiert ablaufen zu lassen und sie am Boden auszuwerten. Das spart Personal und Geld.

In einem weiteren Schritt will man das Raumschiff zu einer bemannten Version ausbauen. Das würden auch die Amerikaner gerne sehen - schon aus Sicherheitsgründen. Bisher stehen nur die russischen Sojus-Kapseln als Rückkehrmöglichkeit zur Verfügung. In einem Notfall wäre man damit auf der ISS schlecht dran.
Mars macht mobil

2016 will die ESA wieder Kurs auf den roten Planeten nehmen. Nachdem die Sonde "Mars Express" schon seit 2003 erfolgreich den Mars kartografiert, seine Oberfläche und Atmosphäre erforscht, möchte man mit der "ExoMars"-Mission auf dem Marsboden Fuß fassen. Das hatte man zwar auch schon bei "Mars-Express" vor, doch das Landegerät "Beagle 2"schickte keine Signale zur Sonde zurück. Lange vermutete man, dass "Beagle 2" beim Auftreffen auf die Marsoberfläche so stark beschädigt wurde, dass kein Kontakt mehr zustande gekommen ist. Erst mehr als elf Jahre später - Anfang 2015 - fanden die Wissenschaftler Hinweise darauf, dass das Landegerät offenbar unversehrt auf der Marsoberfläche angekommen war, dann aber nicht funktionierte.
Computer-Illustration der Europäischen Weltraumagentur ESA von Beagle 2 auf der Marsoberfläche.

Marslandegerät Beagle 2

Bei "ExoMars" soll ein Fahrzeug mit eingebautem Labor Marsgestein untersuchen und nach Spuren von Leben suchen. Dafür ist das Vehikel mit einem Bohrgerät ausgestattet, mit dem man bis zu zwei Meter tief bohren kann. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Lebensformen nicht an der Oberfläche, sondern darunter zu finden sind - falls es welche gibt. Die Kosten für das eine Milliarde Euro teure Projekt teilen sich die Europäische Weltraumorganisation ESA und die russische Raumfahrtagentur Roskosmos.
Mondsüchtig

Seit den Apollo-Missionen hat sich niemand mehr so richtig für den Erdtrabanten interessiert. Doch seit einigen Jahren erlebt der Mond eine Renaissance. Amerikaner, Russen, Japaner, Inder und Chinesen - alle wollen dorthin. Eine bemannte Mission zum Mond bis 2020 scheint sehr viel realistischer als eine Reise zum Mars in wenigen Jahrzehnten. Aber der Mond könnte eine Zwischenstation auf dem Weg dorthin sein. Sogar eine Mondstation ist im Gespräch.

Die Raumfahrtbehörden aus Russland und Indien planen derzeit die Luna-Resurs-Mission. Der Plan sieht vor, jeweils zwei Sonden zu den Polkappen des Mondes zu schicken. Sie sollen dort nach Rohstoffen und Wasser suchen. Da der ESA-Ministerrat eine eigene europäische Mondmission abgelehnt hat, könnte sich die ESA an der Luna-Resurs-Mission beteiligen. Konkrete Pläne gibt es dafür allerdings noch nicht.

Autor/in: Harald Brenner/Wiebke Ziegler

Stand: 23.01.2015, 12:00













































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